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Salvatore Giuliano alias Turiddu Giuliano (* 16. November 1922 in Montelepre, 5.Juli 1950 Montelepre) war ein sizilianischer Bandit und Separatist , der zu Lebzeiten als „Robin Hood Siziliens“ bekannt und als Volksheld verehrt wurde. Als nach seinem Tod das Ausmaß seiner Vergehen und seine Kontakte zur Mafia aufgedeckt wurden, verblasste der Mythos vom Volkshelden. - Kindheit Turiddu Giuliano wurde am 16. November 1922 in Montelepre, einem Ort 15 km westlich von Palermo, als viertes Kind von Salvatore Giuliano sen. und Maria Lombardo Giuliano geboren. Er hatte einen älteren Bruder und zwei ältere Schwestern. Die Familie war kurz vor seiner Geburt von Brooklyn nach Montelepre, dem Heimatdorf der Eltern, zurückgekehrt. Der Vater arbeitete in der Landwirtschaft und betrieb eine kleine Mühle. Er besuchte die Grundschule und begann im Alter von 13 Jahren als Laufbursche für seinen Vater und verschiedene Unternehmen in Montelepre zu arbeiten. - Kontakte zur Mafia Ohne die Zusammenarbeit mit der Mafia und deren Schutz wäre es Giuliano nicht möglich gewesen, seine Bande zur stärksten in Sizilien zu machen. Wenn er jemanden entführte, wussten die Angehörigen, dass sie sich an den lokalen Mafiaboss wenden mussten. Dieser sorgte für die sichere Rückkehr und teilte mit Giuliano das Lösegeld. Er unterzog sich 1947 den Aufnahmeriten der Mafia und Tommaso Buscetta berichtete in seinen umfassenden Aussagen, Giuliano sei ihm „als seinesgleichen“ vorgestellt worden. Diese Aussage ist inzwischen umstritten. Nachgewiesen ist, dass Giuliano u.a. in Villalba über Calogero Vizzini Kontakte zur Mafia unterhielt. Vizzini war damals der „Capo dei Capi“, der oberste Mafiaboss Westsiziliens. Im gleichen Jahr kam es zu einem Ereignis, das als „Blutbad von Portella della Ginestra“ in die jüngere Geschichte Siziliens einging. Portella della Ginestra ist ein offenes Geländestück in der Nähe von Piana degli Albanesi. Hier versammelten sich am 1. Mai 1947 Mitglieder der neu gegründeten linken Volkspartei und der Kommunisten, um ihren Wahlerfolg und den Tag der Arbeit zu feiern. Unterbrochen wurden die Feierlichkeiten durch einen zehnminütigen Maschinengewehrbeschuss, ausgeführt von Giulianos Bande. Elf Menschen kamen ums Leben, darunter auch vier Kinder. Über 30 Personen wurden schwer verletzt. Die Ermittlungen zur Aufklärung des Anschlags gingen nur schleppend voran und führten zu verschiedenen Spekulationen. Die einen behaupteten, die Mafia habe den Anschlag verübt und versuche nun, Giuliano die Schuld zuzuschieben. Andere gingen davon aus, Giuliano sei im Auftrag der Mafia, möglicherweise sogar im Auftrag des damaligen Innenministers Mario Scelba gegen Linke und Kommunisten vorgegangen. In einem offenen Brief übernahm Giuliano die alleinige Verantwortung und erklärte, dass es keine Hintermänner gäbe. Er habe den Befehl erteilt, über die Menge hinwegzuschießen, die Toten seien ein bedauerliches Versehen. - Letzte Jahre und Tod Nach dem Anschlag von Portella della Ginestra hatte Giuliano offiziell Hundertschaften der Polizei gegen sich und auch die Mafia ließ ihn fallen. Es gelang ihm zwar, weitere drei Jahre unterzutauchen und seine kriminellen Aktivitäten fortzusetzen, aber immer mehr Mitglieder seiner Bande wurden festgenommen, wobei die Mafia häufig mit Informationen nachhalf. Die Carabinieri sollten sich auf Befehl des Oberst Ugo Luca inoffiziell bei seiner Verfolgung zurückhalten. Im Sommer 1950 stellte man Giulianos Komplizen in Viterbo vor Gericht und hoffte auf die rasche Aufklärung noch ungeklärter Fragen. Kurz nach Beginn der Verhandlungen fand man am 5. Juli 1950 Giulianos Leiche in einem Hinterhof in Castelvetrano, außerhalb seines Reviers. Der Öffentlichkeit gab man bekannt, Carabinieri hätten ihn bei einem Schusswechsel aus Notwehr getötet. Ein Reporter fand jedoch heraus, dass diese offizielle Version nicht der Wahrheit entsprach. Giuliano wurde in seinem Unterschlupf erschossen, die Leiche anschließend von den Carabinieri nach Castelvetrano gebracht. Täter war vermutlich Gaspare Pisciotta (bekannt als Aspanu). Er war der Cousin und Vertraute Giulianos und Leutnant in dessen Bande, später aber auch Spitzel der Carabinieri. - Tatsachen Erwiesen ist, dass Giuliano mit der Mafia und auch Politikern zusammenarbeitete und über 400 Menschen ermordete. Bis heute nicht eindeutig geklärt ist, wer das Blutbad von Portella della Ginestra veranlasste und wer ihn ermordete. Als man den Prozess von Viterbo nach seinem Tod fortsetzte, behaupteten die Angeklagten erneut, der Anschlag sei von höchster Stelle angeordnet worden. Trotzdem gelangte der Richter zu dem Schluss, dass allein Giuliano und seine Leute für das Blutbad verantwortlich seien. Einige Indizien sprechen gegen das Urteil des Richters. Zum einen erhielt Giuliano unmittelbar vor dem 1. Mai 1947 einen Brief, den er las und sofort vernichtete. Anschließend informierte er seine Leute erstmals über den geplanten Anschlag auf das Fest. Die Herkunft des Briefes konnte nicht ermittelt werden. Außerdem überbrachten kurz nach dem Anschlag führende Mafiosi dem Polizeichef von Sizilien und dem Oberstaatsanwalt in Palermo ein Schreiben von Giuliano, das während der Ermittlungen spurlos verschwand. Derselbe Polizeichef namens Varvaro korrespondierte über die Mafia regelmäßig mit Giuliano und traf ihn mindestens einmal persönlich. Er war in der Todesnacht vom 4. zum 5. Juli 1950 Gast im Haus des Oberstaatsanwalts von Palermo. Auch Gaspare Piscotta erschien bei diesem Treffen. Gasparo Pisciotta wurde wegen seiner Beteiligung am Blutbad von Portella della Ginestra zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und des Mordes an Giuliano angeklagt.
TURIDDU GIULIANU "LU MEGGHJU BRIGANTI"
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